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ZEVOKZuverlässig erklärt, von Ofen bis Kragen

Sicherheit beim Putzen

Welche Reiniger man niemals mischen darf, was die Warnzeichen auf dem Etikett bedeuten, wie du richtig lüftest und aufbewahrst und was im Notfall zu tun ist.

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Putzmittel sind Chemie, auch die, die nach Zitrone duften oder als Hausmittel in der Küche stehen. Richtig eingesetzt sind sie hilfreich und sicher. Die meisten Unfälle im Haushalt entstehen dagegen aus wenigen, immer gleichen Fehlern: Mittel werden gemischt, in fremde Flaschen umgefüllt, in kleinen Räumen ohne frische Luft versprüht oder in Reichweite von Kindern abgestellt. Auf dieser Seite haben wir die Regeln gesammelt, die für jeden unserer Ratgeber gelten.

Die wichtigste Regel: niemals mischen

Verwende immer nur ein Reinigungsmittel auf einmal, und spüle gründlich mit Wasser nach, bevor du ein anderes Mittel auf dieselbe Fläche gibst. Besonders gefährlich sind diese Kombinationen:

KombinationWas entstehen kannTypische Situation
Chlorhaltiger Reiniger und Säure (Essig, Zitronensäure, Entkalker, saure WC-Reiniger)Chlorgas, das Augen und Atemwege schwer reiztErst WC-Reiniger, dann ein Chlorprodukt in dieselbe Toilette
Chlorhaltiger Reiniger und Ammoniak (in manchen Glas- und Allzweckreinigern)Chloramine, ebenfalls stark reizendFenster und Fliesen mit zwei verschiedenen Sprays bearbeitet
Zwei verschiedene Abflussreinigerheftige Reaktion, Hitze, SpritzerDer erste hat nicht gewirkt, also kommt ein zweiter hinterher

Chlorhaltig sind viele Bleich- und Desinfektionsreiniger sowie manche Schimmelentferner. Achte auf den Hinweis auf der Verpackung, dass das Produkt nicht zusammen mit anderen Produkten verwendet werden darf, weil gefährliche Gase entstehen können. Wenn du dir nicht sicher bist, was in einem Mittel steckt, kombiniere es mit gar nichts.

Auch scheinbar harmlose Mischungen bringen wenig: Natron und Essig sprudeln eindrucksvoll, neutralisieren sich dabei aber gegenseitig. Übrig bleibt im Wesentlichen Wasser mit etwas Salz. Gefährlich wird das erst, wenn man die Mischung in eine verschlossene Flasche füllt, denn das entstehende Gas baut Druck auf.

Etiketten und Warnzeichen verstehen

Auf vielen Reinigern findest du rot umrandete, auf der Spitze stehende Quadrate. Diese Gefahrenpiktogramme sind in der EU einheitlich geregelt. Die wichtigsten im Haushalt:

  • Ätzwirkung (Flüssigkeit, die eine Hand und eine Fläche angreift): kann Haut und Augen schwer schädigen, typisch für Abfluss- und manche Backofenreiniger.
  • Ausrufezeichen: reizt Haut, Augen oder Atemwege oder ist in größerer Menge gesundheitsschädlich.
  • Flamme: entzündbar, zum Beispiel Brennspiritus. Nicht in der Nähe von offenem Feuer, heißen Herdplatten oder Zigaretten verwenden.

Dazu kommen die Signalwörter „Achtung“ und das stärkere „Gefahr“. Lies außerdem die Gebrauchsanweisung: Sie sagt dir, wie lange ein Mittel einwirken darf, ob es verdünnt werden muss und auf welchen Oberflächen es nichts zu suchen hat.

Lüften und dich selbst schützen

  • Fenster auf: Öffne vor dem Putzen ein Fenster, besonders in kleinen Bädern ohne Fenster lass die Tür offen und den Lüfter laufen.
  • Handschuhe tragen: Haushaltshandschuhe schützen die Haut vor Laugen, Säuren und dem ständigen Kontakt mit Wasser und Tensiden.
  • Nicht in die Luft sprühen: Sprühe Reiniger lieber auf ein Tuch statt großflächig auf die Fläche, dann atmest du weniger Sprühnebel ein.
  • Augen schützen: Bei Arbeiten über Kopf oder mit stark ätzenden Mitteln ist eine einfache Schutzbrille sinnvoll.
  • Nicht heiß dampfen lassen: Essigessenz und andere Säuren nicht erhitzen. Die Dämpfe reizen die Atemwege.

Richtig aufbewahren

Bewahre Reiniger immer in der Originalverpackung auf, damit Etikett und Warnhinweise erhalten bleiben. Fülle sie niemals in Getränkeflaschen, Gläser oder Becher um. Verwechslungen mit Getränken sind eine bekannte Ursache für Vergiftungsunfälle, gerade bei Kindern. Lagere Putzmittel hoch oder hinter einer Tür mit Kindersicherung, und schließe Flaschen nach jedem Gebrauch sofort wieder. Flüssigwaschmittel in kleinen Kissen oder Kapseln sehen für Kinder aus wie Süßigkeiten; sie gehören ebenfalls außer Reichweite.

Auch Hausmittel brauchen Respekt

Essig, Soda und Zitronensäure gelten als sanft, sind aber nicht harmlos. Essigessenz ist deutlich stärker als Haushaltsessig und reizt Haut und Augen. Soda ist eine kräftige Lauge, die die Haut austrocknet und in den Augen schmerzt. Zitronensäure-Pulver staubt beim Abmessen leicht auf. Natron ist das mildeste der Hausmittel, wirkt aber auch nur mild. Was jedes Mittel kann und wo es Schaden anrichtet, erklären wir in der Rubrik Hausmittel.

Oberflächen schützen

Probiere jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle aus und lass die Stelle trocknen, bevor du urteilst. Säuren greifen Marmor, Kalkstein und andere kalkhaltige Natursteine an, Laugen schaden Aluminium, und zu viel Wasser lässt Holz und Laminat aufquellen. Das Pflegeetikett von Textilien und die Herstellerhinweise von Böden, Geräten und Möbeln gehen jedem Hausmittel-Tipp vor.

Wenn doch etwas passiert

  • Verschluckt: Ruhe bewahren, kein Erbrechen auslösen und den Mund ausspülen. Sofort das Giftinformationszentrum anrufen und die Verpackung bereithalten, damit du sagen kannst, um welches Produkt es sich handelt.
  • In die Augen gelangt: Sofort mit viel fließendem Wasser spülen, bei geöffnetem Lid und mindestens zehn Minuten lang. Danach ärztlich untersuchen lassen, bei ätzenden Mitteln ohne Umweg.
  • Auf der Haut: Verunreinigte Kleidung ausziehen und die Haut gründlich mit Wasser abspülen.
  • Dämpfe eingeatmet: Den Raum verlassen, an die frische Luft gehen und lüften. Bei Husten, der nicht aufhört, oder bei Atemnot ärztliche Hilfe holen.

In Deutschland gibt es mehrere Giftinformationszentren, die jeweils für bestimmte Bundesländer zuständig sind und rund um die Uhr beraten. Speichere die Nummer des für dich zuständigen Zentrums am besten jetzt in deinem Telefon. Bei Bewusstlosigkeit, Krämpfen oder Atemnot gilt immer: sofort den Notruf 112 wählen.

Wann Fachleute gefragt sind

Manches gehört nicht in Eigenregie. Großflächiger Schimmel an Wänden oder Decken sollte von einem Fachbetrieb beurteilt werden. Ein Abfluss, der trotz Saugglocke verstopft bleibt, ist ein Fall für die Installateurin oder den Installateur, nicht für den dritten chemischen Reiniger. Und wertvolle Textilien, Leder, Seide oder Teppiche bringst du besser in eine Textilreinigung, bevor ein Versuch zu Hause sie dauerhaft beschädigt.